Mit der Zeit kam das «Praktizieren» auf. Man versuchte, durch Geldgeschenke und Ähnliches zu lukrativen Ämtern zu gelangen. 1618 wurde daher ein Eid eingeführt. Der Anwärter hatte zu schwören, dass er ohne Bestechung zum Amt gekommen war. Um den Zuwachs von Neubürgern zu verhindern, wurden die Einkaufsgebühren in die Zünfte ins Unermessliche gesteigert. Das korrupte System flog 1689 auf und wurde in der Folge durch ein Lossystem ersetzt.
Eine frei werdende Stelle wurde unter den Zünften verlost. Ausserdem musste der glückliche Kandidat einen reichen Bürgen stellen. Das führte dazu, dass auch Unfähige in Ämter gelangten. Einige Amtsinhaber begannen, ihr Amt gegen Bezahlung an den Meistbietenden zu überlassen. Der Ämterkauf wurde zum Ämterverkauf.